Großübung auf dem Gelände der GUNVOR-Raffinerie

19. November 2019
Übungen
Nach 10 Monaten Vorbereitung durch die Arbeitsgruppe in der auch die Kreisbrandinspektion und das LRA EI (neben der WF und Werkleitung der GUNVOR und der Stadt sowie BF Ingolstadt) intensiv beteiligt waren, wurde eine Großübung am Samstag 26.10.2019 durchgeführt.

Um einem realen Ereignis so nahe wie möglich zu kommen, wurde nicht nur ein Schadensbereich aufgebaut, sondern durch angenommene (und realistische) sog. Kaskadeneffekte weitere Schadensstellen eingespielt, die hohe Anforderungen an die rund 200 Einsatzkräfte stellten.

Ausgangslage war eine Explosion in einem Anlagenteil mit Folgebrand. Hier musste mit massiven Wassereinsatz der Bereich vollständig mit Löschwasser beaufschlagt werden um einen wirkungs-vollen Kühleffekt zu erreichen. Weiterhin wurden 2 Personen in der Anlage gesucht, gerettet und erstbetreut werden. Der Abschnitt wurde von den Kräften der Werkfeuerwehr der GUNVOR abgearbeitet. Die vorstehende Explosion verursachte im angrenzenden Partnerfirmenlager durch die Zerstörung von Gebäudeteilen einen hohen Anfall an z. T. schwer verletzten Personen. Es mussten 40 unter-schiedlich schwer Verletzte von denen einige unter schweren Bauteilen lagen, befreit und zum Sammelplatz gebracht werden. Hier waren neben dem Rettungsdienst der Region 10 auch die Feuerwehren aus dem LK Eichstätt stark eingebunden.
Ein weiterer Folgebrand ereignete sich auf dem sog. Übungsplatz. Hier musste neben einer massiven Brandbekämpfung auch Personen auf einem Containerlager gerettet werden.
Weiterhin kam es (bedingt durch die Explosion) durch ein angenommenes Fehlverhalten eines Mitarbeiters im Bereich der Laugeneinlagerung bei PO zu einem starken Produktaustritt. Hier musste unter CSA der Schaden behoben und die Einsatzkräfte nach dem unmittelbaren Einsatz dekontaminiert werden.
Durch eine Panikreaktion eines LKW-Fahrers in der Verladestation kommt es durch das Ausfahren aus der Station bei noch laufender Verladung zu einem Abriss des Verladearmes und somit zu einem Produktaustritt und damit verbunden zu einem Folgebrand in der Füllbühne. Der Fahrer des TKW wird dabei verletzt. Die Feuerwehren bauen eine massive Brandbekämpfung auf und retten den verletzten Fahrer aus dem Gefahrenbereich.


Nachdem ein sog. Koordinierungsbedürftiges Ereignis nach Art. 15 BayKSG festgestellt wurde, übernahm ein Führungsgrad des I-Dienstes der BF Ingolstadt als „Örtlicher Einsatzleiter (ÖEL)“ das weitere Vorgehen. Ihm standen auch Führungskräfte der Kreisbrandinspektion Eichstätt sowie der WF GUNVOR zur Seite. Am Ende der Übung gab es für alle Teilnehmer ein gemeinsames Mittagessen in der Kantine, verbunden mit dem Dank der Werkleitung an alle Teilnehmer.
Aus dem LK Eichstätt nahmen folgende Feuerwehren an der Großübung teil:


FF Kösching
FF Großmehring
FF Lenting
FF Gaimersheim
FF Schelldorf


Knapp 30 Verletztendarsteller kamen aus folgenden Feuerwehren des LK Eichstätt:
FF Bitz, FF Schernfeld, FF Hofstetten, FF Demling, FF Oberdolling, FF Kinding, FF Schönbrunn
Von der Kreisbrandinspektion Eichstätt nahmen teil:
KBR Martin Lackner, KBI Franz Waltl, KBM Jürgen Meier, KBM Alois Girtner, KBM Christoph Schermer, KBM Markus Feßlmeier, KBM Alexander Heimisch und KBM Gerhard Herzner sowie die Kameraden der UG-ÖEL
Aus der Katastrophenschutzbehörde des LKR EI waren: SGL Franz Heiß, David Vogl und Florian Stopper vor Ort
Weiterhin wurde wir durch 4 Kameraden der Kreisbrandinspektion Roth, welche als Beobachter eingesetzt waren, unterstützt.
Herzlichen Dank an alle unsere ehrenamtlichen Feuerwehrdienstleistenden die durch ihre Mitwirkung zum Gelingen der Übung beigetragen haben.
KBI Franz Waltl